Alle hier beschriebenen Programme sind zum 1. September 2015 in den gemeinnützigen Verein integro e.V. übergegangen.

Alle Informationen zu            integro e.V.
 
 
 
 
 
 

JobGate-TrainingXLarge

Nach der erfolgreichen Durchführung des Speed-TrainingXLarge 2013 mit neun Schülergruppen aus Ü-Klassen (v.a. junge unbegleitete Flüchtlinge) und Mittelschulklassen mit Migrationshintergrund aus Brennpunktschulen nahm 2014 der Vorabgängerjahrgang der SchlaU-Schule (schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge) teil. 2015 wird das Projekt mit dem Vorabgängerjahrgang der Städtischen Berufsschule zur Berufsvorbereitung, Außenstelle Balanstr. durchgeführt.

JobGate-TrainingXLarge

Im Juli 2015 fanden in den sechs Vorabgängerklassen die Trainings statt. Es ist gelungen, die Schüler auf Berufswünsche zu fokussieren und ihre Kenntnis über die entsprechenden Berufe zu vertiefen. Viele Schüler haben sich -  von den ursprünglichen unrealistischen und sehr vagen Berufsvorstellungen (z.B. „etwas mit Computer“) -  hin zu konkreten und realisierbaren Berufswünschen bewegt.

Im Oktober werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der UBS Deutschland AG, die das Projekt auch gemeinsam mit der Antonie-Zauner-Stiftung und den Kiwanis, München fördern, in die Berufsschule kommen und den Schülern nochmals Hilfestellung zur Optimierung der Bewerbungsunterlagen leisten. Auf der JobGate in München am 28.10.2015 gehen die Jugendlichen dann in die terminierten Vorstellungsgespräche.

 

Programme bis zum 31. August 2015
 
Pro Ausbildung
 
Die bildungsagentur GmbH initiiert zusätzlich zum Azubi-Speed-Dating ein neues Projekt, genannt Pro Ausbildung, das aus den Erfahrungen und Ergebnissen des Pilotprojekts Speed-Training XLarge hervorgegegangen ist.

Pro Ausbildung: Integration
durch Ausbildung. Fit fürs Azubi-Speed-Dating in München. Qualifizierungsmaßnahme für MittelschülerInnen mit Migrationshintergrund.
 
 
Das Speed-TrainingXLarge bereitet 120 MittelschülerInnen spezifisch und intensiv auf das Azubi-Speed-Dating vor. Die Maßnahme zum Übergang Schule Beruf macht die MittelschülerInnen fit für die Bewerbungsgespräche.
 
Die SchülerInnen beschäftigen sich anhand ihrer Biographie mit den bisher erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie entwickeln ein Bewusstsein über die eigenen Stärken und erleben sich als kompetent. Sie erhalten ein realistisches Bild von ihren Möglichkeiten und Anregungen für alternative Berufswünsche.
Sie üben die Präsentation ihres Berufswunsches als Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch und können durch das Feedback nochmal Wunsch und Wirklichkeit abgleichen und haben anschließend eine realistische Vorstellung von ihren Wunschberufen. Sie können sowohl ihr Interesse als auch ihre Fähigkeiten bezogen auf den Berufswusch darstellen.
 
Dieses Projekt wird finanziert durch die Agentur für Arbeit München und co-finanziert durch die BayWa-Stiftung, die Otto-Eckart-Stiftung sowie maßgeblich durch die UBS Bank.
 
  • Wenn Sie als Unternehmen bzw. Stiftung  diese Maßnahme mit fördern möchten oder
  • wenn Sie als Unternehmen im Bereich ihres gesellschaftlichen Engagements eine Patenschaft für einen Mittelschüler/in übernehmen möchten

    dann vereinbaren Sie doch einen Termin mit uns für ein ausführliches Gespräch.
 

Zusammenfassung 2013

Speed-TrainingXLarge
Das Stärken- und Bewerbertraining der bildungsagentur zum Einstieg in die Berufsausbildung

Am Speed-TrainingXLarge 2013 haben zehn Mittelschulen mit 110 SchülerInnen aus sechs Übergangsklassen der Stufe 8 und 9 und drei Regelschulklassen der Stufe 8 teilgenommen, sowie SchülerInnen, die beim Verein Hilfe von Mensch zu Mensch den schulanalogen Unterricht besuchen. Im Fokus waren unbegleitete Flüchtlinge und SchülerInnen mit Migrationshintergrund (auch Sinti -und Romakinder).

Anhand der individuellen Fähigkeiten und Interessen wurden mögliche Ausbildungsberufe und deren Inhalte erarbeitet. Auf dem Azubi-Speed-Dating konnten die Jugendlichen das Gelernte sofort umsetzen und sich bei der ersten Begegnung mit dem Arbeitsmarkt sehr erfolgreich präsentieren.

75 Prozent der MittelschülerInnen wurden ein Praktikums- bzw. Ausbildungsplatz angeboten (gegenüber 17 bis 35 Prozent der Vergleichsgruppe).

 Vorbereitung

Speed-TrainingXLarge wurde von der bildungsagentur erarbeitet und in einem Pilotprojekt im Jahr 2012 mit 60 Mittelschülern bereits sehr erfolgreich durchgeführt.

In sehr intensiven Gesprächen hat die Projektleiterin den KlassenlehrerInnen die Vorgehensweise und die Inhalte erläutert und diskutiert. Als Ergebnis wurden die Trainingsmodule den Bedürfnissen der SchülerInnen, vor allem im Hinblick auf Deutschkenntnisse, Praktikumserfahrungen und bereits erfolgte Berufsorientierung im Unterricht modifiziert und individuell für die jeweilige Klasse angepasst.

Inhalte Speed-TrainingXLarge

  • Modul 1 „Das kann ich!“ arbeitet die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Jugendlichen heraus
  • Modul 2 „Das will ich!“ beschäftigt sich mit den Interessen der TeilnehmerInnen und bereitet auf den Abgleich der persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit den angebotenen Berufsbildern vor
  • Modul 3 „Jetzt wird´s ernst!“ beinhaltet die Entscheidung, für welche Ausbildungsberufe sich die SchülerInnen auf dem Azubi-Speed-Dating bewerben möchten, sowie die konkrete Vorbereitung darauf
  • Simulierte Bewerbungsgespräche
  • Teilnahme Azubi-Speed-Dating

Evaluation

Alle Trainings wurden durch einen Anfangs- und einen Abschlussfragebogen für die SchülerInnen und einen Abschlussfragebogen für die LehrerInnen evaluiert.

 Beispiel 1: Mittelschule mit einer Ü-Klasse

Die SchülerInnen der Übergangsklasse sind etwa seit einem Jahr in Deutschland, die meisten davon Flüchtlinge, einige unbegleitet.

Die Jugendlichen warenhoch motiviert und wollten unbedingt in den Arbeitsmarkt gelangen. Sie waren sich ihrer mangelnden Sprachkenntnisse bewusst und bestrebt, dieses Hindernis bis zum Ausbildungsbeginn 2014 zu minimieren. Die Lehrerin sah ihre SchülerInnen für das nächste Ausbildungsjahr mehrheitlich als ausbildungsreif an, und hat im Verlauf des Trainings die Überzeugung gewonnen, dass die Integration in die Gesellschaft schneller über eine Ausbildung erfolgen würde (zumal sie zum großen Teil bereits Arbeitserfahrung hatten), als über einen höheren Schulabschluss.

  •  In dieser Klasse hat die Empowerment-Übung bei den Schülern einen Motivationsschub bewirkt, da sie sich dabei als zum Teil kompetenter als ihre Lehrerin erleben konnten (mehr Sprachen, Erfahrung in unterschiedlichen Kulturen etc.)
  •  Beim Abgleich von Selbst-und Fremdeinschätzung motivierte besonders die oft positivere Fremdeinschätzung sehr
  • Ein Meilenstein war das Stärkenprofil mit der Zuordnung der Stärken zu Kopf, Herz und Hand. Die lebensgroßen Profile aus Packpapier mit den persönlichen Stärken zeigte den SchülerInnen ein „Bild“ von sich selbst. So konnten sie ihre Berufswahl in den Übungen der Bewerbungsgespräche sehr fundiert begründen

 Zusätzlich haben die SchülerInnen Informationen über Funktionsweisen und Voraussetzungen des deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarktes bekommen. Dies war auch für die Lehrkraft sehr wichtig. Sie betonte mehrmals, wie hilfreich das Training auch für sie als Ü-Klassen-Lehrerin gewesen sei.

 Beispiel 2: Mittelschule mit einer Regelklasse

Die SchülerInnen dieser Klasse erbrachten zum großen Teil schlechte Schulleistungen, die meisten werden den Qualifizierenden Hauptschulabschluss nicht erreichen. Die daraus entstehende Problematik bei der Lehrstellenfindung ist den SchülerInnen auch bewusst.

  • Die Beschäftigung mit ihrer Biographie war für viele SchülerInnen zunächst sehr abstrakt und deshalb der konkrete Bezug (Tagesablauf, Menschen) sehr wichtig
  •  In der Folge haben sie gelernt, welche Anforderungen für ihre Traumberufe erfüllt werden müssen und welche Voraussetzungen sie mitbringen
  • Als es zur Verknüpfung der erarbeiteten Persönlichkeitsmerkmale mit konkreten Berufsbildern kam, musste die Entscheidung dann jeweils mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten begründet werden („Ich interessiere mich für den Beruf XY, weil …; Ich bin geeignet für diesen Beruf, weil … ).
  • Die Jugendlichen haben besonders intensiv Kurzbewerbungsgespräche für ihre „Wunsch“-Ausbildungsberufe geübt und diese Aufgabe als wesentliche Vorbereitung auf das Azubi-Speed-Dating wahrgenommen

Insgesamt war in dieser Klasse deutlich dieBegeisterung über den konkreten Nutzen des Trainings zu spüren. Die SchülerInnen hatten verstanden, dass das Speed-TrainingXLarge mit dem angeschlossenen Azubi-Speed-Dating ihnen einen Einstieg in den Ausbildungsmarkt eröffnet.

 Generalprobe: Erster Praxistest Bewerbungsgespräch

22 UnternehmensvertreterInnen hatten sich gerne bereit erklärt, mit den SchülerInnen in einer Art „Generalprobe“ Probe-Vorstellungsgespräche in der simulierten Situation des Azubi-Speed-Datings zu führen.

Die im Training vermittelten Inhalte „Was ist wichtig beim Vorstellungsgespräch und wie präsentiere ich meine Eignung für den angestrebten Beruf“ wurden von den SchülerInnen im Probe-Bewerbungsgespräch gut umgesetzt. Die SchülerInnen konnten ihre Berufswünsche präsentieren und sich gut „verkaufen“, war die einhellige Meinung der Personalverantwortlichen.

Azubi-Speed-Dating: Terminierte Vorstellungsgespräche für Ausbildungsberufe

Für fast alle der SchülerInnen fand auf dem Azubi-Speed-Dating das erste echte Bewerbungsgespräch und der erste echte Firmenkontakt mit dem konkreten Ziel einen Ausbildungsplatz zu erlangen, statt. Das Azubi-Speed-Dating wurde von den Schüler/innen durchwegs sehr positiv beurteilt.

Auf die Frage „Hast du auf dem Azubi-Speed-Dating eine größere Chance auf einen Ausbildungsplatz als durch eine schriftliche Bewerbung?“ antworteten 92 % mit viel größer oder größer. Die Frage nach den Chancen auf einen Ausbildungsplatz beurteilten 75% als groß oder sehr groß. Die geführten Gespräche wurden von 93% der Befragten als gut oder sehr gut bezeichnet.

In München hatten 57 Unternehmen etwa 1.800 Ausbildungsplätze für 2014 angeboten.

Ergebnisse

Insgesamt wurden das Speed-TrainingXLarge von SchülerInnen, LehrerInnnen und Firmen insgesamt sehr positiv bewertet. Im persönlichen Gespräch äußerten viele LehrerInnen ihre Begeisterung über das Training und zeigten sich vor allem davon angetan, dass es sich hier nicht nur um ein „Trockentraining“ handele. Die Verknüpfung der Fähigkeiten und Interessen der SchülerInnen mit der konkreten Bewerbung für einen Ausbildungsberuf auf dem Azubi-Speed-Dating, ermöglichte es den SchülerInnen, das Gelernte sofort umzusetzen und damit Erfolgserlebnisse zu haben.

Besonders für die SchülerInnen der  Ü-Klassen war das Speed-TrainingXLarge eine echte Chance, sich in den deutschen Ausbildungsmarkt zu integrieren. Die Schwierigkeiten, die für die SchülerInnen durch mangelnde Deutschkenntnisse und anderen kulturellen Hintergrund entstehen, werden nach den Erfahrungen der Trainings durch ihre hohe Motivation und ihre Bereitschaft zu lernen mehr als ausgeglichen.

Insgesamt konnte bei den SchülerInnen ein zunehmendes Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten festgestellt werden. Der Dreischritt von geübtem Bewerbungsgespräch im Training über das Probe-Speed-Dating bis zum echten Bewerbungsgespräch im Azubi-Speed-Dating war gelungen:
75 Prozent der SchülerInnen haben im persönlichen Bewerbungsgespräch die Chance für einen Praktikums-/Ausbildungsplatz bekommen.

 Wir danken der UBS-Bank Deutschland, Niederlassung München, der BayWa-Stiftung und der Stiftung Otto Eckart sowie der Agentur für Arbeit, die das Speed-TrainingXLarge 2013 ermöglicht haben.

Pilotprojekt 2012

Stärkenprofil und Stärkenworkshop

Hier geht es nicht um Mathe, Deutsch und Englisch, sondern um ganz besondere Eigenschaften und Fähigkeiten.

An zwei halben Vormittagen erstellt ein Coach in der Schule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern je ein individuelles Stärkenprofil.

In den Workshops an zwei Nachmittagen entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine Idee und durchlaufen alle Schritte bis zur Fertigstellung. Dabeilernen sie die Anforderungsprofile von Berufsfeldern verstehen und erkenne dabei die eigenen beruflichen Stärken. Sie zeigen Teamgeist und Motivation, "bleiben bei der Stange" und zeigen die ganz eigene Persönlichkeit.

Flyer Speed-TrainingXLarge

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